Veranstaltungskalender

Kulturpreis der deutsch-luxemburgischen Grenzregion für Schüler und Klassen aus Luxemburg und Deutschland 

(Landkreise Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg und Merzig-Wadern)
Liebe Schüler, liebe Lehrer,

der „Lëtzebuerger Germaniste Verband“ (LGV) und der Landesverband Rheinland-Pfalz im „Fachverband der Deutschlehrer innerhalb des Deutschen Germanistenverbands e.V.“ haben sich für eine besondere Form der Kooperation entschieden. Die beiden Deutschlehrerverbände möchten im Schuljahr 2014/2015 einen Kulturpreis für herausragende Projektarbeiten im Rahmen des Deutschunterrichts initiieren, der Schülerprojekte mit regionalen und/oder europäischen Themenschwerpunkten auszeichnen soll.

Formate und Themen können entsprechend vielfältig sein:

„Podcast“, Hörspiel, Roman, Informationsbroschüre, Reiseführer, Internetseite, Autorenmonographie, Theaterstück etc.

historisch-sprachlich (z.B. zum moselfränkischen Dialekt) bzw. linguistisch (z.B. zu den Regionalzeitungen), kulturell-folkloristisch (z.B. zum gemeinsamen Sagenschatz); literarisch (z.B. Autoren) etc.

deutsch-luxemburgische Grenzregion „Mosel-Saar-Lor-Lux“; „Deutsch-luxemburgische Beziehungen seit 1900“; „Europäische Integration“, „Frieden und Friedenspolitik“ etc.

Zur Teilnahme sind alle Schüler aus den Gymnasial- oder Realschulklassen 7 bis 12 eingeladen, individuell, als Kleingruppe (2 bis 8 Schüler) oder als Klassenverband. Einsendefrist ist der 30. April 2015.

Die Preisträger werden im Mai/Juni 2015 von einer deutsch-luxemburgischen Jury ausgewählt, in der – naturgemäβ – Fachlehrer, aber auch Journalisten bzw. die Chefredakteure großer regionaler Tageszeitungen vertreten sein werden.

Die Preisverleihung (in Verbindung mit einem Preisgeld von jeweils 300 Euro für die beiden prämierten Projekte aus Luxemburg und Deutschland) wird am 17. Juli 2015 im Kurfürstlichen Palais in Trier stattfinden.

Die Schirmherrschaft für diesen grenzüberschreitenden Kulturpreis haben die Bildungsminister des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und des Großherzogtums Luxemburg übernommen, Frau Doris Ahnen und Herr Claude Meisch.

Lesung mit Roland Harsch am 5. November um 19.30 im CNL

harsch1harsch2

 

Faust – Lesung auf Luxemburgisch für Kinder ab 8 mit der bekannten Luxemburger Geschichtenerzählerin Zausel Kätti.

4. November 2014 in der Bibliothek des Lycée Aline Mayrisch.

Um Anmeldung wird bis zum 27.10. gebeten: vorstand@lgv.lu

10003903_715854915161865_1801256588928082960_n

Goethes Faust gilt als das bedeutendste Werk der deutschen Literatur und als Klassiker der Weltliteratur. Gerade deshalb, so finden wir, sollte die Geschichte des Gelehrten Heinrich Faust nicht nur Erwachsenen vorbehalten bleiben. Der LGV hat also Barbara Kindermanns „Faust für Kinder“ ins Luxemburgische übersetzt.

Wer ist dieser Faust? Weshalb wird er von einem schwarzen Pudel verfolgt? Wieso lässt er sich vom Teufel verführen? Was passiert in der Hexenküche? Wie geht die Liebesgeschichte zwischen Faust und Gretchen aus?

Eine Antwort auf diese und andere Fragen erwartet Kinder ab acht Jahren am 4. November 2014. Dann nämlich wird die bekannte Luxemburger Geschichtenerzählerin Zausel Kätti (alias Anne Beffort) in der Bibliothek des Lycée Aline Mayrisch Fausts Geschichte vortragen und ihr Publikum dank ihrer plastischen Erzählweise in eine magisch-teuflische Welt entführen, in welcher der Kampf zwischen Gut und Böse tobt. 

Unsere kleinen Gäste dürfen sich als Hexen, Zauberer oder Teufel verkleiden.

Faust-Fortbildungen:

4. November: 18.30-20.30 – Vortrag (mit Diskussion) – Dr. Anne Uhrmacher (Uni.lu) zum Thema „HEXENANGST UND HEXENVERFOLGUNG: NEUE PERSPEKTIVEN AUF GOETHES „FAUST“ (Forum Geeseknäppchen; Raum 4, 1. Stockwerk)

5. November: Seminar mit Dr. Anne Uhrmacher zum Thema „HEXENANGST UND HEXENVERFOLGUNG: NEUE PERSPEKTIVEN AUF GOETHES „FAUST“, 9-12 und 13-16 Uhr (Forum Geeseknäppchen; Raum 4, 1. Stockwerk)

Bitte anmelden unter: vorstand@lgv.lu

10178044_715856451828378_8575420416020078248_n

Dr. Anne Uhrmacher – Vortrag mit Diskussion
Goethes “Faust” ist eines der meistuntersuchten literarischen Werke. Dennoch gibt es
Lücken in seiner Wahrnehmung. Neue Forschungsergebnisse zeigen: das Drama enthält
mehr historische Wirklichkeit, als bislang gesehen worden ist.
Goethe behandelt nicht nur den Teufelspakt, sondern auch die Hexenthematik zentral
und lässt Faust sogar am “Hexensabbat” teilnehmen. Diese Bilder haben in der Frühen
Neuzeit auch eine reale Seite. Zauberei- und Hexenprozesse zeitigten schätzungsweise
60 000 – 80 000 Todesopfer und werden zu Recht eine “der schlimmsten von
Menschenhand angerichteten Katastrophen der europäischen Geschichte” genannt. Das
markante historische Geschehen hat das Bewusstsein der Zeitgenossen geprägt und
noch lange nach den großen Verfolgungswellen Spuren in der Literatur hinterlassen.
Goethes “Faust” als Geschichte eines frühneuzeitlichen Teufelsbündners ist besonders
prädestiniert, diese sozialen Energien zu spiegeln. Fausts und Gretchens Tragödien
haben detailgetreue Vorbilder in Hexenprozessen der frühen Neuzeit. Es gibt sogar
Indizien dafür, dass Gretchens Hinrichtung vom Dichter ursprünglich als Hexenprozess
geplant war.
Im Vortrag werden Dämonologie, Hexenangst und Spuren der Hexenverfolgung in
Goethes “Faust” vorgestellt. Ängste und Verfolgungsszenarien ins Bewusstsein rücken –
dies erlaubt neue Einblicke in viele Szenen, Figurenanlangen und Motive des
weltberühmten Werks.

Dr. Anne Uhrmacher – Seminar
Das Seminar vertieft die im Vortrag angesprochenen Themen Dämonologie, Hexenangst
und Spuren der Hexenverfolgung in Goethes “Faust” mit Blick auf wichtige Szenen und
Motive des Werkes. Einerseits führt dies an vielen Stellen zu neuen Interpretationen.
Andererseits zeigen sich beredte Leerstellen in der Literaturwissenschaft.
Im Fokus des Seminars stehen: die Figur Faust als Teufelsbündner; die Figur Gretchen,
ihre Stigmatisierung und ihr Kindsmord; die dörflichen Szenen als Bilder einer
krisenhaften Zeit sowie die Szenen Hexenküche und Walpurgisnacht (mit den von Goethe
eliminierten Satanszenen). Ein Blick auf Details der höfischen Welt des “Faust II” ergänzt
die Analyse der Magievorstellungen im Werk. Es soll jeweils auch diskutiert werden, wie
diese Themen als Stoff des Schulunterrichts dienen können. In der bildenden Kunst wird
die Nähe des Fauststoffes zur Hexenverfolgung oft betont. Abschließend sollen im
Seminar Bildwerke zu Goethes “Faust” beleuchtet werden, die im Unterricht anregend
sein können.
Das Drama gilt als prägend für Hexenimaginationen, es ist bis heute ein Multiplikator
dieser Phantasien. Als Hintergrund werden im Seminar Goethes Wissen um die
historische Hexenverfolgung sowie die Verknüpfungen des Fauststoffes mit der
Dämonologie skizziert. Dass dies nicht eine naive Verengung der Sicht auf Literatur als
Abbild einer Realgeschichte bedeutet, soll mit Blick auf die Frage der Historizität von
Literatur dargelegt werden. Auch die Rezeptionsgeschichte des Werkes, die als ein
Spiegel von Literaturgeschichte gilt, wird angesprochen. Sie enthält Hinweise darauf,
wieso gerade das Thema der historischen Hexenverfolgung ignoriert wurde.

 

Lesung mit Isabel Spigarelli und Irina am 31. Juli 2014 im Jardin de Wiltz

spigarelliblog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s