A. Fortbildung

Faust-Fortbildungen:

4. November: 18.30-20.30 – Vortrag (mit Diskussion) – Dr. Anne Uhrmacher (Uni.lu) zum Thema “HEXENANGST UND HEXENVERFOLGUNG: NEUE PERSPEKTIVEN AUF GOETHES “FAUST” (Forum Geeseknäppchen; Raum 4, 1. Stockwerk)

5. November: Seminar mit Dr. Anne Uhrmacher zum Thema “HEXENANGST UND HEXENVERFOLGUNG: NEUE PERSPEKTIVEN AUF GOETHES “FAUST”, 9-12 und 13-16 Uhr (Forum Geeseknäppchen; Raum 4, 1. Stockwerk)

Bitte anmelden unter: vorstand@lgv.lu

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Dr. Anne Uhrmacher – Vortrag mit Diskussion: Dienstag, 4. November, 18.30 -20.30 Uhr
Hexenangst und Hexenverfolgung: neue Perspektiven auf Goethes
„Faust“
Goethes „Faust“ ist eines der meistuntersuchten literarischen Werke. Dennoch gibt es
Lücken in seiner Wahrnehmung. Neue Forschungsergebnisse zeigen: das Drama enthält
mehr historische Wirklichkeit, als bislang gesehen worden ist.
Goethe behandelt nicht nur den Teufelspakt, sondern auch die Hexenthematik zentral
und lässt Faust sogar am „Hexensabbat“ teilnehmen. Diese Bilder haben in der Frühen
Neuzeit auch eine reale Seite. Zauberei- und Hexenprozesse zeitigten schätzungsweise
60 000 – 80 000 Todesopfer und werden zu Recht eine „der schlimmsten von
Menschenhand angerichteten Katastrophen der europäischen Geschichte“ genannt. Das
markante historische Geschehen hat das Bewusstsein der Zeitgenossen geprägt und
noch lange nach den großen Verfolgungswellen Spuren in der Literatur hinterlassen.
Goethes „Faust“ als Geschichte eines frühneuzeitlichen Teufelsbündners ist besonders
prädestiniert, diese sozialen Energien zu spiegeln. Fausts und Gretchens Tragödien
haben detailgetreue Vorbilder in Hexenprozessen der frühen Neuzeit. Es gibt sogar
Indizien dafür, dass Gretchens Hinrichtung vom Dichter ursprünglich als Hexenprozess
geplant war.
Im Vortrag werden Dämonologie, Hexenangst und Spuren der Hexenverfolgung in
Goethes „Faust“ vorgestellt. Ängste und Verfolgungsszenarien ins Bewusstsein rücken –
dies erlaubt neue Einblicke in viele Szenen, Figurenanlangen und Motive des
weltberühmten Werks.

Dr. Anne Uhrmacher – Seminar: Mittwoch, 5. November, 9-12 und 13-16 Uhr
Hexenangst und Hexenverfolgung: neue Perspektiven auf Goethes
„Faust“
Das Seminar vertieft die im Vortrag angesprochenen Themen Dämonologie, Hexenangst
und Spuren der Hexenverfolgung in Goethes „Faust“ mit Blick auf wichtige Szenen und
Motive des Werkes. Einerseits führt dies an vielen Stellen zu neuen Interpretationen.
Andererseits zeigen sich beredte Leerstellen in der Literaturwissenschaft.
Im Fokus des Seminars stehen: die Figur Faust als Teufelsbündner; die Figur Gretchen,
ihre Stigmatisierung und ihr Kindsmord; die dörflichen Szenen als Bilder einer
krisenhaften Zeit sowie die Szenen Hexenküche und Walpurgisnacht (mit den von Goethe
eliminierten Satanszenen). Ein Blick auf Details der höfischen Welt des „Faust II“ ergänzt
die Analyse der Magievorstellungen im Werk. Es soll jeweils auch diskutiert werden, wie
diese Themen als Stoff des Schulunterrichts dienen können. In der bildenden Kunst wird
die Nähe des Fauststoffes zur Hexenverfolgung oft betont. Abschließend sollen im
Seminar Bildwerke zu Goethes „Faust“ beleuchtet werden, die im Unterricht anregend
sein können.
Das Drama gilt als prägend für Hexenimaginationen, es ist bis heute ein Multiplikator
dieser Phantasien. Als Hintergrund werden im Seminar Goethes Wissen um die
historische Hexenverfolgung sowie die Verknüpfungen des Fauststoffes mit der
Dämonologie skizziert. Dass dies nicht eine naive Verengung der Sicht auf Literatur als
Abbild einer Realgeschichte bedeutet, soll mit Blick auf die Frage der Historizität von
Literatur dargelegt werden. Auch die Rezeptionsgeschichte des Werkes, die als ein
Spiegel von Literaturgeschichte gilt, wird angesprochen. Sie enthält Hinweise darauf,
wieso gerade das Thema der historischen Hexenverfolgung ignoriert wurde.

 

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